|
In
Hallwil im aargauischen Seetal ist am Berchtoldtag (2. Januar) zusammen
mit anderen Überlieferungen, der untergegangene "Bärzeli"-Brauch kurz
nach dem 2. Weltkrieg erneuert worden. Hier erscheint im Laufe des
Nachmittags nach den fasnächtlich verkleideten "Bärzelibuben" als
Auftakt eine mächtige Gruppe von Gestalten, die zum Teil an anderen
Orten und zu einem anderen Zeitpunkt, vor allem im Frühling, ebenfalls
bekannt sind. Zentrale Typen sind der "Tannrisig" oder der "Stechpalmig"
mit Tannreisen und Stechpalmblättern bekleidete Ungeheuer, die
offenkundig das immergrünende Leben symbolisieren und Fruchtbarkeit
verheissen. Ihnen zur Seite stehen der dürre "Hobelspänler", dann der
mit Jasskarten bepolsterte "Spielkärtler", das Duo des "Herrn" und der "Jumpfere",
sowie die "Lörtsch", die in der Pfanne einen Brei rührt und - als
Zeichen des Gedeihens! - die vordersten Zuschauer damit besprengt. Nicht
vergessen als Bestandteil des Aufzuges und als besondere drollige
Komponente sei das "Kamel", in dessen Wanst sich junge Burschen bergen
und das, von einem bärtigen Kameltreiber in weissem Beduinen-Überwurf
geleitet, seine Kapriolen vollführt. |