Brauchtum-Fasnacht     

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Einsiedeln

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Einsiedeln:

 Tüüfel, Sühudi, Joheen, Mummerien
 

Die Fasnachtstage in Einsiedeln üben einen besonderen Reiz aus. Die religiöse Atmosphäre, welche die Wallfahrtsstätte prägt, mag bis heute dazu beitragen, dass im Klosterdorf das Bedürfnis gross ist, das wilde Fasnachtstreiben kurz vor der Fastenzeit intensiv auszuleben.

Wie kaum anderswo in der Schweiz treffen in Einsiedeln zwischen dem Schmutzigen Donnerstag und dem Dienstag vor Aschermittwoch, die Sinnbilder des Guten und des Bösen so unvermittelt aufeinander. Dies vor allem dann, wenn am Güdelmontag die Kinder nach dem Besuch der Messe auf dem Klosterplatz dem leibhaftigen Teufel gegenüber stehen. Mächtig gross, mit gewaltigen Hörnern, mit einer Heugabel in der Hand und an einer Kette rasselnd, verschaffen sich die Gestalten gehörig Respekt

 

Zum Gefolge der "Tüüfel" gehört eine unübersehbare Menge Sühudis, die an Hässlichkeit kaum zu übertreffen sind.

Angeführt von den Trychlern, ziehen sie in einem unorganisierten, morgendlichen Umzug durch die Strassen und Gassen von Einsiedeln. Geordneter geht es gleichentags am Nachmittag zu und her, wenn der grosse Fasnachtsumzug startet, an dem sich meistens auch auswärtige Gruppen beteiligen

Wie an anderen Orten auch, werden regionale oder landespolitische Ereignisse glossiert. Abends geht der Trubel in den Lokalen weiter.

Der "Tüüfel" ist aber nicht die einzige fasnächtliche Gestalt in Einsiedeln.  Weitere uralte Narrenfiguren sind am Güdeldienstag beim Brotauswerfen zu sehen. Die Joheen, Sennen mit Kuhglocke und Tannreisbesen, und die Mummerien mit umgehängtem Pferdegeröll, die abgewirtschaftete Rosshändler darstellen, erscheinen umtanzt von den weissen Hörelibajassen, die Schweinsblasen schwingen. An mehreren Plätzen im Dorf werfen die Masken - Joheen und Mummerien mit Holzlarven - tonnenweise Brot in die dichtgedrängte Menschenmenge.

 

 

Das ganze Zermoniell weist darauf hin, dass dieser Brauch bis ins Mittelalter zurückgeht.  Die drei Maskentypen unterscheiden sich auch durch die Gangart:

die Joheen scheinen zu schweben, die Mummerien hüpfen und die Bajasse springen ständig auf und ab.
 

Zur Einsiedler Fasnacht gehören die Trychler, die sich schon am Abend des Dreikönigstages als Einscheller auf einen Rundgang durch das Dorf machen, ehe sich die lautstarke Prozedur am frühen Morgen des Fasnachtsmontages wiederholt. Im Gegensatz etwa zur March, wo die Einscheller die Glocken über die Schultern tragen, sind die schweren Treicheln bei den Einsiedlern um den Rücken gebunden.  Dabei erzeugen sie einen nicht minder grossen Lärm. Mit dem Verbrennen des Pagat, einer Puppe, endet am Dienstagabend eine der spektakulärsten Fasnachten der Schweiz.

 

Holzmasken aus Einsiedeln

Ein Johee trägt eine glatte Holzlarve, ist bekleidet mit einer Narrenkappe, und trägt ein Feiertagsgewand wie ein früherer Schwyzer Senn. In der rechten Hand schwingt er einen Reisigbesen und er trägt dazu einen Schellengurt. Der so bekleidete Johee stellt somit einen ausgelumpten, verarmten Senn dar. Der Besen ist das Zeichen, dass bei ihm ausgekehrt ist und die Treicheln bedeuten, dass er kein Vieh mehr besitzt.

Der Mummerie mit einer glatten Holzlarve, die mit einem gepflegten Schnurrbart und einem kraus­haarigen Backenbart versehen ist, stellt einen abge­wirtschafteten Rosshändler dar. Er trägt ein rot-schwarz-gelb gestreiftes Kleid, um den Hals eine Krause und auf dem Kopf einen Filzhut mit einer Feder geschmückt. Über die rechte Schulter des Mummeries hängt ein breites Pferdegeschell und mit der rechten Hand schwingt er einen Rossschwanz.

Möglicherweise sind diese Maskentypen des verarmten Johee und des abgewirtschafteten Rosshändlers Mummerie, nach Vorbildern aus dem Tirol entstanden. Solche Holzbildhauer wurden auch in Einsiedeln beschäftigt und brachten damit verbunden verschiedene Brauchtumsformen und Maskentypen in die Schweiz.

  Ohrenbetäubender Treichlerlärm reisst am Montag vor Aschermittwoch, dem Güdelmontag, um vier Uhr morgens die Einsiedler aus dem Schlaf. Nach neun Uhr ist vor dem Klosterportal im wahrsten Sinn des Wortes der Teufel los. Umringt von seinen "Sühüdis" - sich an Grässlichkeit überbietenden gestalten - nimmt der Leibhaftige die Bittgänger in Empfang. Der "Sühüdi-Umzug" beginnt gleichentags um 9.30 Uhr. Am Nachmittag ab 14.30 Uhr marschiert der Fasnachtsumzug durch die Innerschweizer Wallfahrtsort. Am Fasnachtsdienstag werfen kostümierte Masken - Joheen, Mummerien, Hörelibajassen - ab 13.30 Uhr massenhaft Brot in die dichtgedrängte Menschenmenge.

Mehr über die Fasnacht in Einsiedeln:

Goldmaeuder      -         Bürgerwehr

  

Bericht: Peter Burgunder
 

 

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Oldies und Evergreens

 

 

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Stand: 07.06.10