Die Geschichte
Nur allzu gerne hätte
der Herzog von Savoyen Genf zu seiner Hauptstadt gemacht; Papst Klemens
VIII. und der katholische König Philipp III. von Spanien ermutigte ihn
dazu. Die Stadt war damals ein Brückenkopf des protestantischen Europa
und in jener Nacht einmal mehr Gegenstand der Machtgelüste katholischen
Dynastien.
So geschah es in einer
pechschwarzen Nacht vom finsteren Unterfangen des Sire Charles-Emmanuel,
Herzog von Savoyen. Dieser liess die kleine Stadt von einer zweitausend
Mann starken Armee angreifen, die an den äusseren Stadtmauern drei
Sturmleitern aufstellte. Doch die «Escalade», der Versuch, die Mauern
Genfs zu stürmen, wurde zum Debakel für die Savoyer, denn die Wächter
wachten über die Stadt. Dank menschlichem Erfindergeist und göttlicher
Unterstützung gelang es den Genfern, ihre Unabhängigkeit als
«protestantisches» Rom zu bewahren.
Das Hauptereignis der
Escalade ist der historische Umzug am Sonntag Abend, an dem der
Stadtwall von 1602 umwandert wird. Als eindrückliche Flammenkette von
Fackeln schlängelt sich der Zug zur Kathedrale hoch. Alle Teilnehmer
tragen historische Kostüme. Eine Gruppe von Tambouren führt den Zug an.
Die Zuschauer stampfen vor Freude mit den Füssen, wenn sie dem
unheimlichen Henker mit der dunklen Kapuze und seine Helfer
vorbeischreiten sehen. Die furchteinflössende Gruppe erinnert daran,
dass dreizehn Savoyer am Galgen endeten. Dem Henker und seinen Gehilfen
folgt die Prozession der Pastoren. Zwei Genfer Frauen, die sich durch
ihre Wehrhaftigkeit hervortaten, tragen den berühmten Suppentopf, den
sie einem Savoyer Angreifer kurzerhand über den Kopf gestülpt hat und
deshalb ist der Kochtopf zum Symbol des Festes geworden.
In den Gassen der
Genfer Altstadt wird an jeder Escalade zur Erinnerung eine deftige
Gemüsesuppe mit Zutaten wie Speck, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln
serviert. |