Brauchtum-Fasnacht     

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Flums

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Flumser Fasnacht

Die ältesten Flumser Larven waren Charakterlarven, die Bürger aus dem Dorfe darstellten und die während des Jahres eine Dummheit, Unanständigkeit oder eine kriminelle Handlung begangen hatten. Auch Dorforiginale wurden auf Korn genommen und manchmal wurden Sprüche in die Larven eingeschnitzt. Die Schrecklarve, welche dämonische Gesichtszüge und Abrormitäten darstellen, sind jüngeren Datums und heute sieht man diese Maskentypen wieder vermehrt. Früher wurden die Dorflarven beim Dorfschnitzer ausgeliehen, heute schnitzen sie viele selber.

Auswüchse des Treibens, das oft in Schlägereien ausartete, bewirkte, dass die Flumser Fasnacht fast im ganzen Kanton berühmt-berüchtigt wurde. Die Behörden schritten ein und verlangten, dass bereits um 19.oo Uhr demaskiert werden musste. In Flums gab es nie eine feine, gepflegte Fasnacht. Die fröhliche Ausgelassenheit artete manchmal aus.

Flums ist die Hochburg der individuellen Strassen-und Häuserfasnacht. Die alte Tradition von Holzlarven ist eine Eigenheit der Flumser Butzi. So gibt es Charakterlarven wie den "Schlumpf", den "Chrottni", oder feine "Schnider-und Rinderer-Larven" und alte Masken unbekannter Schnitzer. Neben dem Doppelbutzni mit dem Josni von Josef Gassner finden wir auch Larven von Herrgöttlischnitzer Georg Kalberer. Sogar eine Teufelslarve gab es aber keine Hexenlarven. In Flums entstanden immer wieder neue Larven. Es gab keine Einschränkung der Typen wie in Walenstadt. Man schnitzt kreativ und setzt der einen Phantasie keine Grenzen.

Stoop Justus (1869-1950)

Justus Stoop arbeitete nach der Schulzeit in der Fabrik und war darauf 30 Jahre Bahn­arbeiter auf der Station Flums. Seit 1923 lebte er im Ruhestand und war bis ins hohe Alter ein fleissiger Larvenschnitzer.

 Justus Stoop und Josef Gassner waren gute Freunde. Doch welch ein Unterschied wenn man die Larven der zwei Schnitzer vergleicht. Josef Gassner, ein Meister der traditionellen Larventapen, schnitze feine Gesichter, beinah volkstümlich, klassisch. Justus Stoop hingegen war ein phantasievoller, sprühender Larvenschnitzer voller Ideen. Stoop hat sich losgelöst von den traditionellen Typen und viel Neues an Formen und Eigenheiten ins Maskenschnitzen des Sarganserlandes eingebracht. Eine Fülle von verschiedenen Grössen, Nasen, Mundwerken, Augen und Falten fallen uns bei seinen Larven auf.

 Wenn er Lust hatte, nahm er einen Holzklotz. War es ein grosser, so gab es eine grosse Larve. Hatte er einen Ast oder eine faule Stelle, so wurde diese Eigentümlichkeit des Holzes in seine Idee integriert. Die Zufälle spielten bei ihm mit. Erst während der Arbeit  zeigt es sich, wo eine Nase oder ein Mund Platz hatte. Seine Ideen kamen, und sein Werk überraschte ihn manchmal selber. Er schnitze, was ihm einfiel. Es kommen kleine Ziermasken, normalgrosse und überdimensionierte Holzlarven vor, die kaum zu tragen sind. Viele Masken, die so entstanden sind, haben keinen Namen. Er hat so viele Masken geschaffen, dass das Volk in der kurzen Fasnachtszeit mit der Namensgebung gar nicht nachkam. Überall suchte er sich seine Modelle. Seine scharfen Augen guckten die Illustrierten an, und man kann sich vorstellen, wie zündend die Bilder auf den impulsiven Schaffer wirkten.

 

Besuchte er den Schnitzerkollegen Anton Willi in Ems, probierte er wieder Neues aus. Es entstanden dann auch Schreckmasken, die dämonisch wirkten. In der Flumser Dorforiginalen hielt er währschafte Flumser Typen fest. Obwohl Stoop wie auch Gassner nicht durch berufliche Bildung zum Maskenschnitzen gekommen war, vermochte er dennoch neue Impulse zu geben. Die alten Tyxpen hat er weniger in sich aufgenommen. Bei ihm entstanden Larven wie "di trägget Lisbeth", "ds Bündner Gritli",   "ds Bärgerwyb", "d'Sufnasä",  "dr  Tüüfel",  "Katz", "Schwy", "dr Aff",  "dr Gandhi",  "dr Gräggi", "dr Bär" und viele andere mehr. Justus Stoop war genial, er schnitze alles, Schrecklarven, Charakterlarven, Mischformen  und, neu für das Sarganserland, die Tierlarven.

  

 

 

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Oldies und Evergreens

 

 

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Stand: 07.06.10