Brauchtum-Fasnacht     

Home Nach oben Feedback Inhalt Suchen

Kriens

Einsiedeln Greth Shell - Zug Kriens Legoren - Oberägeri Luzern Schwyz Steinen Tiroler Uri - Drapoling

 

Die Krienser Maskentypen

Kriens ist im Kanton Luzern die eigentliche Hochburg der Maskenschnitzerei und dieses Brauchtum wird da auch etwa seit dem Jahre 1800 gepflegt. Zu den ältesten Masken gehören die sogenannten Murmasken von Gallus Rüttimann (1792‑1867). Der wohl bekannteste Krienser Maskenschnitzer war Alois Blättler (1903‑1978). Er hatte einen prägenden Einfluss auf die heutigen Holzmaskentypen. Die Krienser Larven zeichnen sich normalerweise durch einen typisch, stark ausgeprägten Gesichtsausdruck aus, der die Herkunft der Larve sofort Erkennbar macht.

 Heute wird zwischen Schreckmasken und Charaktermasken unterschieden. Daneben gibt es aber auch solche, die weder als Schreck‑ noch als Charaktermasken eingestuft werden können. Die Unterscheidung dieser beiden Maskentypen wurde erst von Alois Blättler sen. und dem Lehrer Franz Schütz konsequent ab etwa 1930‑35 vollzogen. Vor l930 waren die Unterschiede nicht so markant.

 Die Krienser Schreckmasken sind scharfkantig und waren früher eher schmal, die Augen offen, hervorquellend und der Blick stechend auf die Nasenspitze hin gerichtet. Die Nase schmal und spitz, der Mund aufgerissen und meist mit einigen ausgeschnittenen Zähnen versehen. Der Unterkiefer ist hervortretend und mit spitzem Kinn, vielfach verdreht und schief, das sind die markanten Merkmale der Krienser Masken.

 

Die Charaktermasken sind fein ausgearbeitete Larven die Menschen Gesichter in den verschiedensten Merkmalen und Gesichtszügen darstellen.

 Als typische Fasnachtsgestalten gelten: Deckelböög, Bärnerwiib, Puuremaa, Puurewyb und Wöschwyb. Über die Herkunft dieser Figuren hört man von den Krienser Lokalhistorikern und Gallizünftlern Verschiedenes.

 Die Schreckmasken werden vom Deckelböög Puuremaa und dem Bärnerwyb getragen.

Die Charaktermasken tragen: Buurewyb, Wöschwyb, der Alt, u.s.w. Die Krienser Charaktermasken Art findet man heute praktisch im ganzen Kanton Luzern und noch weiter darüber hinaus.

 Den Namen der Gallizünftler holten sie sich von einem Krienser Geschlecht, dessen berühmtestes Mitglied wohl Maskenschnitzer Gallus Rüttimann (1792‑1867), genannt Murgalli war. Er wohnte auf dem Heimwesen "uf der Muur", dem heutigen Restaurant Schlössli, und machte sich als Gemeindeammann um die Pflege des Brauchtums verdient. Auf ihn geht die Tradition des Maskenschnitzens zurück. Einzelne Murgalli‑Masken existieren heute noch und wirken im Brauchtum weiter. Besonders wertvoll ist das Archiv der Gallizunft. In dieser Sammlung findet man die urchigen, alten Masken des Fasnachtsgestalten. Die Masken werden den Fasnächtlern zur Fasnacht ausgeliehen.

Der Deckelböög, Puuremaa und Bärnerwiib zählen zu den Schreckmasken und gelten im Volksglauben als personifizierte Waldgeister vom Pilatus. Nach einer anderen Deutung verkörpert der Deckelböög einen verwilderten Soldaten aus der Franzosenzeit.) worauf die obligatorische blau‑weiss‑rote Trikolore des Deckelkostüms hinweisen könnte. Die Maske taucht tatsächlich nach der Franzosenzeit erstmals 1820 in der Schweiz auf. Der Krienser Leon Schnyder meint, die Figur gehe auf einen Reisläufer in den Diensten König Ludwigs XVI. zurück, der sich nach dem Sturm auf die Bastille 1792 auf der Flucht befand und, mit einer Keule bewaffnet, in den Wäldern umher irrte.

Der Deckelböög trägt einen Deckel oder einen alten breitrandigen Schlapphut, der mit Hanfzöpfen und einem roten Band geschmückt ist. Früher wurde als Kopfbedekkung ein langes Rindenstück benutzt, das weit über den Kopf hinausragte, daher der Name "Deckel". Sein Gewand besteht aus einem blauen Uniformrock, einem roten Gilet, einem roten Halstuch, einem weissen Hemd und einer weissen Hose, die unten mit Hanf‑ und Sackfransen zusammengebunden wird. Er schwingt einen Knüppel aus Holz.

 Vom Bärnerwiib vermutet man" dass es von der Gestalt der Marketenderinnen inspiriert ist, also jenen Frauen und Mädchen, die mit den Truppen aus dem Bernbiet mitzogen. Ob wohl das Lüften des Rocks und das Zeigen der Unterwäsche ein frivoles Gehabe anprangert, das den bodenständigen Krienser Frauen ein Dorn im Auge war',' Das Bärnerwiib trägt eine Schreckmaske und war früher in alte Trachtenkleider gehüllt. Heute ähnelt das Fasnachtskostüm der Bernertracht. Charakteristisch sind die Haube und die unten am Rock eingenähten Streifen in den Krienser Farben Grün, Rot und Gelb. Zum Kostüm gehören ein paar weisse Handschuhe, ein Damenschirm und eine runde Handtasche.

 Wöschwiib, Heubeeriwiib Chrüterwiib usw, die mit ihren dem Leben nachgebildeten, karikierten Charaktermasken, gelten als freundliche Begleiter der beiden Schreckmasken Bärnerwiib und Deckel. Die populäre Figur des Wöschwiibs tritt meist intrigierend in Gruppen auf. Das Kopftuch und ihr Kostüm sind aus kariertem Kölsch (Baumwollstoff). Als Attribut trägt sie ein kleines Waschbrett. Osterreichische und deutsche Mädchen, die nach dem 2. Weltkrieg in Luzern und Umgebung als Dienstmädchen und Wäscherinnen arbeiteten, gelten als Ursprung dieser populären Figur.

.Das Heubeeriwiib und das Chrüterwiib tragen die gleichen Holzmasken wie die Wöschwiiber. Für sie gelten keine Kleidervorschriften. Manchmal führen sie, an einer Schnur oder an einem Gurt befestigt, einen "Beerichratten" mit sich.

 Die urtümliche Bauernfasnacht lebt vor allem von den Gestatten, die die vielfältigsten Berufe darstellen, wie dem Chorber, dem Chlauebotzer oder dem Muuser, aber auch von Feckerfiguren, das heisst Fahrenden, wie dem Schirmflicker, dem Chesselflicker oder dem Beckibüezer. Auch die alten Chrüterwiiber zählen zu den Feckerfiguren. Daneben gibt es etwa noch den Götterli‑Tokter, das Horri (eine schrullige alte Jungfer), den Güggelpeter, den Jäger, Holzer und das Doppelditti, das grosse Ahnlichkeit mit der zugerischen Greth Schell aufweist. Die Bauernfasnacht mit ihren alten, originellen Fasnachtsfiguren ist heute wieder im Aufschwung.

.Das Heubeeriwiib und das Chrüterwiib tragen die gleichen Holzmasken wie die Wöschwiiber. Für sie gelten keine Kleidervorschriften. Manchmal führen sie, an einer Schnur oder an einem Gurt befestigt, einen "Beerichratten" mit sich.

 

 

   

 

 

 

_____________________

Oldies und Evergreens

 

 

Home ] Nach oben ]

Copyright © 2010 AUVISTO
Stand: 07.06.10