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Die
sagenumworbene Figur des Fritschi gehört zum Ursprung der
Luzerner Fasnacht. Ihre Herkunft liegt im dunkein. Die
Bezeichnung "Fritschi" ist urkundlich erstmals 1443
nachgewiesen. Bruder Fritschi wird liebevoll als der älteste
Luzerner bezeichnet. Die erste Fritschibeschreibung durch den
Stadtschreiber Diebold Schilling berichtet vom Raub Fritschis
durch die Basler im Jahre 1507 anlässlich eines der im
Mittelalter verbreiteten Fasnachtsbesuche und seine Rückholung
durch die Luzerner. Bruder Fritschi erscheint hier als bärtiger
Mann im besten Alter. Das zur Fritschigruppe gehörende
Fritschikind ist seit 1666 nachgewiesen. Nach Diebold Schilling
wurde der Fritschi auch bei Fasnachtsbesuchen der Urkantone in
Luzern einige Male geraubt, aber alles in Frieden und
Freundschaft.
Die älteste bekannte Darstellung der
Fritschimaske zeigt die Larve eines Mannes mit Vollbart. Sie
wurde im 15. Jahrhundert von einem kräftigen Mann mit einem
Gewand in Luzerner Farben getragen. Die ältesten erhaltenen
Fritschimasken aus Papiermache' stammen vom Bildhauer Schäfferle
(1762). Der Lithograph Anton Eglin und der Zahnarzt Josef Weber
schufen weitere Masken in Wachs. Die Holzmasken des
Fritschipaares wurden 1922 von Huggler in Brienz geschnitzt.
Heute tragen die Fritschileute eine Polyesterlarve nach dem
Abdruck der alten Holzmaske.

Der
Luzerner Holzmaskenschnitzer Casimir Grüter schnitzte
vorzügliche Porträt‑ und Charaktermasken, die jedoch nicht
stark ins Brauchtum Übergingen. Viele seiner Masken sind von
gutmütiger und heiterer Ausstrahlung. Sie stellen bäuerliche
Originale, dicke und runzelige alte Weiber, dralle und naive
Mädchen dar, während das Grobe und Groteske in einigen
Masken gewissermassen zum Ausdruck kommt. Die Holzmasken
Grüters sind plastische, eindrückliche Gesichter mit feinen
Zügen, aber auf der Innenseite der Larve sind sie roh und
daher nicht gerade angenehm zu tragen. Diese Larvengesichter
lassen aber eine Menschlichkeit und eine gewisse
Kultiviertheit ausstrahlen.
Grüter und
dessen Sohn Casimir gründete mit einigen Freunden den Verein
"Volkskunst Luzern". Vater und Sohn arbeiteten sehr eng
miteinander zusammen. Vater und Sohn Grüter können als Vorläufer
der Vereinigung der Maskenfreunde von Luzern bezeichnet werden,
sie schnitzen in ihrer Schnitzstuben Luzerner Charaktermasken
und unterstützen die Pflege des Brauchtums.
Die Vereinigung der Maskenfreunde wurde
1927 gegründet mit dem Ziel, die Interessen der Maskenträger zu
wahren und das Maskenbrauchtum durch Prämierungen zu fördern. In
Kursen lernen kleine Gruppen das Schnitzen von Holzmasken.
Schnitzstube und Vereinszentrum befinden sich im
Allenwindenturm. Die Schnitzer der Maskenfreunde sind Verehrer
der alten Luzerner Holzmasken und Nachfolger des bekannten
Holzmaskenschnitzers Casimir Grüter. Die alten Holzmasken haben
jedoch keinen grossen Eingang ins Fasnachtsbrauchtum von Luzern
gefunden, vielleicht weil sie in ihrer eher groben Art nicht so
recht zur feinen Stadt Luzerner Art passten. In der heutigen
Luzerner Fasnacht zeigen sich viel mehr Einzelmasken aber auch
die Guggen haben nun grossen Einfluss auf das heutige
Fasnachtsgeschehen. Grosse Kreativität ist in der Gestaltung der
Masken heute sehr gefragt.
Im Jahr
1925 haben Fasnächtler aus dem Weyquartier am
Güdismontag erstmals ihren völlig satirischen Umzug
durchgeführt, was zur Tradition der später entstandenen Weyzunft
(1925) führte. Im Jahr 1929 wurden die beiden konkurrenzierenden
Umzüge im "Luzerner Fastnachts-Comité" vereinigt. Die Rosalische
Gesellschaft gehörte dieser nicht mehr an. Bis zum
Kriegsausbruch organisierte somit das Fastnachts-Comité den
Umzug am Donnerstag "SchmuDo" bzw. die Weyzunft denjenigen am
Montag "GüMo".

Erst 1951 schlossen
sich die drei traditionellen Organisatoren des Fritschiumzuges
-
Zunft zu Safran,
Maskenliebhaber-Gesellschaft und
Gesellschaft Fidelitas - mit der
Weyzunft im heutigen Luzerner Fastnachtskomitee zusammen.
Nach dem Motto: "Einigkeit macht stark". 1952
wurden die Umzüge erstmals gemeinsam durchgeführt. Im Jahr 1986
das "t" abgeschaft, der heutige Namen Lozärner Fasnachtskomitee
war endgültig geboren.

Die Guggenmusiken hatten Ihren Anfang 1948
mit der Luzerner "Gugenmusig" unter Sepp
Ebinger. 1949 wurde das
Fasnachts-Stadtbild durch die
Chatzenmusig unter Max Baumann
ergänzt, 1950 mit der Bohème
unter Pöldi (Leopold) Häfliger. Diese drei "Urväter" waren am
17. Januar 1964 auch die Hauptinitianten für die Gründung der
Vereinigten Guggenmusig, heute kurz "Vereinigte" genannt.

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