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Fasnacht in der March

Narrensymposium March

Keine andere Region der Schweiz verfügt auch nur annäherend über ein so vielfältiges Maskenbrauchtum wie die schwyzerische March. Alte und neue Vereine in grosser Zahl sind in jedem Dorf zu finden, wobei Siebnen und Lachen als eigentliche Hochburgen des närrischen Geschehens gelten. Beide Ortschaften sind auch bekannte Umzugsorte und weisen sich über je ein Dutzend Vereine aus, die sich mit der Brauchtumspflege und dem fasnächtlichen Geschehen befassen.

Um ein Chaos mit den Terminen zu verhindern, wurde das Narrensymposium gegründet, das mit einem eigenen Vorstand tagt. Die Hauptsitzung findet jeweils an unterschiedlichen Orten um den Dreikönigstag statt. Sämtliche Vereine der March/Höfe sind in diesem Gremium vertreten. Das Hauptziel ist die Förderung des Brauchtums, aber auch die Organisation
der Kinderfasnacht steht jeweils auf der Traktandenliste.

Nicht zuletzt geht es aber um die Koordination der Umzugsdaten. Auf Jahre hinaus wird festgelegt, was wann und wo in der March/Höfe stattfindet.  Die Vereine konkurrieren sich nicht gegenseitig.  Der Zusammenhalt ist beispielhaft.  Wenn in einem Dorf ein grosser Umzug angesagt ist, ist die Teilnahme der anderen Vereine aus der Region selbstverständlich. 
Geschlossen wagte man sich 2009 sogar ins Ausland vor: die meisten Zünfte und Vereine reisten im Februar  zu einem viel beachteten Narrentreffen in Kehl (DE).
 

Bericht: Peter Burgunder

Alles über die Fasnacht in der March/Höfe - Narrensymposium.
 

 

 

Märchler Rölli

Der Bezirk March ist eine der Maskenhochburgen im Kanton Schwyz und im Mittelpunkt des fasnächtlichen Treibens steht der Märchler Rölli. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts belebt diese Figur die Strassen von Siebnen, Lachen, Altendorf und anderen Dörfern mit dem traditionsreichen Treiben. Seit etwa 1960 sind aber auch neue lokale Hexentypen und Maskengestalten entstanden, die sich erfolgreich ins Narrentreiben der March einfügten. Unter dem Namen "Narrensymposium" schlossen sich 1976 alle Fasnachtsgesellschaften der March zusammen.

Der Märchler Rölli trat erstmals in der Zeit zwischen 1840 und 1875 auf. Blätzlikleid, Besen und Geschell gehörten schon immer zu den Merkmalen der Rölli. Auch zeigt er deutlich die Charakteristik der drei ornamental geschwungenen Stirnfurchen, die aufgemalte Brille als modisches Attribut. Vielleicht war ursprünglich jemanden verspottend, und der in Makkaroniform modellierte, seitlich nach unten gezogenen oder wellenförmig nach oben gezwirbelten Schnauz, der angemalt oder auch in Holz geschnitzt wurde. Daneben ist der stark stilisierte, seitlich unnatürlich hochgezogene, leicht geöffnete, mit sichtbaren, regelmässigen Zahnreihen geschmückter Mund, der ehemals natürlich geformt war und das Grübchen auf dem rundlichen, ebenmässigen Kinn. Die hölzerne Röllilarve mit ihrer breitovalen Form und dem warmen, in Ocker-Zinnober-Ton gehaltenen Oelanstrich, wirkt ruhig.

Zur Glattlarve gehört der Chutz, eine kaputzenähnliche Kopfbedeckung. Als Narrenkleid trägt der Märchler Rölli Jacke und Hose, darüber den mit Pferdeglöcklein besetzten, horizontal über den Lenden getragenen Rollengurt (Geschell/Geröll), von dem der Name Rölli stammt. Er trägt weisse Handschuhe und dazu eine Stielbürste. Solche Bürsten trugen die "vermasgierten" Laufnarren  schon 1775 in der Schwyzer March. Dr. Werner Röllin hat im Archiv für Volkskund für die Entstehung und Formen der heutigen Schwyzer Maskenlandschaft viel dazu beigetragen.

Lachner Rölli

Um den Ortscharakter zu betonen, schuf Lachen 1883 einen eigenen Lachener Rölli mit weinrot bis zinnoberrot gefärbtem Wollstoffgewand mit schwarzaufgedruckten kleinen Blumenmotiven und weissen oder farbigen Wollfransenborden sowie einer Larve mit hochgezogenem Schnauz.

 Siebner Rölli

 Der Siebner trägt ein Kleid, das in ornamentaler Anordnung ganzflächig mit bunten Wollbüscheln besetzt ist, wobei die rote Farbe dominiert. Der Rölli wird auch als "Wohlstandsrölli" bezeichnet, da die gepflegte, schwere Ausführung des Gewands mit den rund 10' 000  Wollbüscheln sehr teuer zu stehen kommt. Der Schnauz der Siebner Röllimaske ist im Gegensatz zur Lachner Maske nach unten gezogen.

Seit 1975 hat die Rölligruppe Altendorf ebenfalls einen eigenen Rölli mit schillernd buntfarbigem Kostüm. Gegen ende des 19. Jahrhunderts wurde der Märchler Rölli auch in den gehobenen Schichten der Bevölkerung als regionalspezifische Maskengestalt anerkannt. Nach dem zweiten Weltkrieg bekam er Konkurrenz von neuen Maskentypen, den Hexen. Der Märchler Rölli aber erfährt heute eine Renaissance und belebt die Strassen und Umzüge wie eh und je.

Die typischen Merkmale des Rölli sind sie Holzmaske, der Schellengurt, das Blätzlikleid mit der Kapuze und die mitgetragenen Attribute, Stielbürste  und "Pritsche" , ein Lärminstrument. Zwischen den Märchler und den Walenstadter Rölli, dem Schwyzer Blätz, dem Urner Drapoling, den deutschen Hansele und Narros, sowie dem Imster Roller bestehen eine Reihe von Aehnlichkeiten und Gemeinsamkeiten, dies vor allem in Bezug auf den Rollengurt, teilweise ähneln sich auch die Glattlarven mit dem typischen Gesichtsausdruck und das Blätzli- oder Flickgewand.

 

Siehe auch: Narrenmuseum in Freienbach

 

 

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Stand: 19.01.10