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Märchler
Rölli
Der
Bezirk March ist eine der Maskenhochburgen im Kanton Schwyz und
im Mittelpunkt des fasnächtlichen Treibens steht der Märchler
Rölli. Schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts belebt diese Figur
die Strassen von Siebnen, Lachen, Altendorf und anderen Dörfern
mit dem traditionsreichen Treiben. Seit etwa 1960 sind aber auch
neue lokale Hexentypen und Maskengestalten entstanden, die sich
erfolgreich ins Narrentreiben der March einfügten. Unter dem
Namen "Narrensymposium" schlossen sich 1976 alle
Fasnachtsgesellschaften der March zusammen.
Der Märchler Rölli trat erstmals
in der Zeit zwischen 1840 und 1875 auf. Blätzlikleid, Besen und
Geschell gehörten schon immer zu den Merkmalen der Rölli. Auch
zeigt er deutlich die Charakteristik der drei ornamental
geschwungenen Stirnfurchen, die aufgemalte Brille als modisches
Attribut. Vielleicht war ursprünglich jemanden verspottend, und
der in Makkaroniform modellierte, seitlich nach unten gezogenen
oder wellenförmig nach oben gezwirbelten Schnauz, der angemalt
oder auch in Holz geschnitzt wurde. Daneben ist der stark
stilisierte, seitlich unnatürlich hochgezogene, leicht
geöffnete, mit sichtbaren, regelmässigen Zahnreihen geschmückter
Mund, der ehemals natürlich geformt war und das Grübchen auf dem
rundlichen, ebenmässigen Kinn. Die hölzerne Röllilarve mit ihrer
breitovalen Form und dem warmen, in Ocker-Zinnober-Ton
gehaltenen Oelanstrich, wirkt ruhig.
Zur Glattlarve gehört der Chutz,
eine kaputzenähnliche Kopfbedeckung. Als Narrenkleid trägt der
Märchler Rölli Jacke und Hose, darüber den mit Pferdeglöcklein
besetzten, horizontal über den Lenden getragenen Rollengurt (Geschell/Geröll),
von dem der Name Rölli stammt. Er trägt weisse Handschuhe und
dazu eine Stielbürste. Solche Bürsten trugen die "vermasgierten"
Laufnarren schon 1775 in der Schwyzer March. Dr. Werner Röllin
hat im Archiv für Volkskund für die Entstehung und Formen der
heutigen Schwyzer Maskenlandschaft viel dazu beigetragen.
Lachner Rölli
Um den Ortscharakter zu betonen,
schuf Lachen 1883 einen eigenen Lachener Rölli mit weinrot bis
zinnoberrot gefärbtem Wollstoffgewand mit schwarzaufgedruckten
kleinen Blumenmotiven und weissen oder farbigen
Wollfransenborden sowie einer Larve mit hochgezogenem Schnauz.
Siebner
Rölli
Der Siebner trägt ein Kleid, das
in ornamentaler Anordnung ganzflächig mit bunten Wollbüscheln
besetzt ist, wobei die rote Farbe dominiert. Der Rölli wird auch
als "Wohlstandsrölli" bezeichnet, da die gepflegte, schwere
Ausführung des Gewands mit den rund 10' 000 Wollbüscheln sehr
teuer zu stehen kommt. Der Schnauz der Siebner Röllimaske ist im
Gegensatz zur Lachner Maske nach unten gezogen.
Seit 1975 hat die Rölligruppe
Altendorf ebenfalls einen eigenen Rölli mit schillernd
buntfarbigem Kostüm. Gegen ende des 19. Jahrhunderts wurde der
Märchler Rölli auch in den gehobenen Schichten der Bevölkerung
als regionalspezifische Maskengestalt anerkannt. Nach dem
zweiten Weltkrieg bekam er Konkurrenz von neuen Maskentypen, den
Hexen. Der Märchler Rölli aber erfährt heute eine Renaissance
und belebt die Strassen und Umzüge wie eh und je.
Die typischen Merkmale des Rölli
sind sie Holzmaske, der Schellengurt, das Blätzlikleid mit der
Kapuze und die mitgetragenen Attribute, Stielbürste und
"Pritsche" , ein Lärminstrument. Zwischen den Märchler und den
Walenstadter Rölli, dem Schwyzer Blätz, dem Urner Drapoling, den
deutschen Hansele und Narros, sowie dem Imster Roller bestehen
eine Reihe von Aehnlichkeiten und Gemeinsamkeiten, dies vor
allem in Bezug auf den Rollengurt, teilweise ähneln sich auch
die Glattlarven mit dem typischen Gesichtsausdruck und das
Blätzli- oder Flickgewand.
Siehe auch:
Narrenmuseum in Freienbach
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