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Ottenbach (ZH)
Das Spräggelen (Schnabelgeiss) |

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Wenn die Nebel weichen
und der Winter naht, wird in Ottenbach ein uralter Volksbrauch
wach, die
Spräggelen
Der Brauch der Spräggelen ist eine der zahlreichen Formen, unter
denen in unseren Landgegenden die dramatischen Personifikationen
der Geister der Toten überkommen sind, die zur Zeit der
Wintersonnenwende in den Häusern, Fluren oder gar in der Luft
umherstrichen und die entweder günstig gestimmt oder vertrieben
werden mussten. Diese Personifikationen finden ihre epische Form
in den Legenden über das "Wuetisheer" (Heer des Wotans) und in
verchristlichter Form in den Sagen vom prozessionsartigen
Totenzug der Oberwallis und anderer alpiner Gebiete. |
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Hinsichtlich des Lärms, des Hauptelements des "Spräggelen-Brauches"
ist es schwierig zu sagen, ob er ursprünglich die Funktion hatte, die
Fruchtbarkeit von Mensch, Tier und Pflanzen zu wecken oder ob er nur Teil des
Schrecken erregenden Benehmens der Geister war.
Der heutige Spräggelen-Brauch dient in Ottenbach dem gesellschaftlichen
Zusammensein von jung und alt. Die Holzmasken, die eine Ziege mit Schnabel
darstellen, wurden noch bis gegen 1900 in verschiedenen Dörfern des
Knonaueramtes von den jungen Leuten im Dezember getragen. Heute ist dieser
Brauch nur noch in Ottenbach lebendig.
 
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Die sogenannte "Kleine
Spräggele" findet jeweils am ersten, die sogenannte "Grosse
Spräggele", die seit den späten 80er Jahren von einem
Weihnachtsmarkt umrahmt wird, am zweiten Freitag im Dezember
statt. Abends nach acht Uhr versammeln sich die jungen Männer
beim Schulhaus, wo sie sich für das nächtliche Treiben im Dorf
umkleiden und vorbereiten.
An die zwanzig Schnabelgeissen befinden sich heute noch im Dorf.
Eine solche Schnabelgeiss besteht aus einem Leinentuchumhang,
aus dem nur ein Schnabelkopf herausschaut. Der Schnabelkopf
besteht aus einem ausgehöhlten Holzpfahl. Der untere Teil ist
davon abgespalten und mit Hilfe eines kleinen Mechanismus mit
dem Pfahl verbunden. Der abgespaltene Teil kann laut zum
Klappern gebracht werden. Der ausgehöhlte Holzpfahl ist mit
Ziegen- oder Kuhhörnern versehen. Auch werden ihm Augen so
aufgemalt, dass er einen furchterregenden Ausdruck bekommt. In
den abgespaltenen Teil, den Unterkiefer werden z.T. schöne
weisse Zähne eingesetzt.
Das Ganze wird auf ein Brett montiert, mit Tragriemen versehen
und so wie ein Rucksack getragen (Gewicht ca. 5 - 10 kg). Ist
die Schnabelgeiss montiert, kann es losgehen. In allen Strassen
und auf allen Plätzen des Dorfes sind die furchterregenden
Gestalten anzutreffen. In den Wirtshäusern und bei Privaten
erhalten die Spräggelen gratis zu trinken
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Von Nah und Fern kommen Schaulustige nach Ottenbach, um
dem Treiben der Schnabelgeissen beizuwohnen. Je nach Stimmung dauert es oft bis
nach Mitternacht. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Schnabelgeissen erst
beim Morgengrauen ins elterliche Haus zurückkehrten ....., die Maske
selbstverständlich unter dem Arm.
Unsere Spräggelen ist heute weit herum bekannt. Der Turnverein mit der
Jugendriege ist der Hauptträger des Brauches |
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Kontakt: rgrab -at - bluewin.ch |
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