Brauchtum-Fasnacht     

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Schwyz

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Schwyzer Maskenfiguren

 

Zur Schwyzer Rott gehören sechs Originalfiguren:

Der Blätz (Anführer der Rott), Domino, Alter Herr, Bajazzomäitli, das Hudi und die Zigeunerin.

 Der Blätz

ist die Hauptfigur in der Rott der Nüssler. Im Turmmuseum in Schwyz wird ein altes, aus dem 19. Jahrhundert stammendes Blätzkostüm samt Holzlarve gezeigt. Der Blätz zeigt typisch italienische Herkunft und geht auf die Figur des Harlekin der Commedia dell'arte zurück. Gangart und Rautenkleid zeichnen den Blätz als Nachfolger des "Arlecchino" der italieni­schen Komödie aus. Das Blätzkleid mit Hose und Rock ist mit etwa 2500 rautenförmigen oder runden, buntfarbigen Filzstücken bedeckt. Dazu trägt er einen breitkrempigen "Schinhuet", des­sen Rand mit weissen Wollkugeln bestückt ist und als Maske eine fleischfarbene Bergamaskerlarve aus Wachs oder auch aus Holz. Über der Schulter trägt er ein "Schellengeröll" und in der Hand schwenkt er einen Tannenreisbesen.

Alter Herr

wird als Maskenfigur als "freundlicher Alter" in einem Fasnachts-bericht von 1829 erwähnt. Die Figur, die gemächlich in der Rott mitläuft, trägt weisse Strümpfe, Kniehosen, einen farbi­gen Junkerrock, ein Spitzenhemd, eine weisse Rokoko-Perücke, einen Dreispitz und schwarze Schuhe mit halbhohen Schäften. Die vornehme Kleidung brachten aus fremden Kriegsdiensten in Frankreich zurückkehrende Schwyzer mit. Die Maske hat einen bräunlich-gelben Grundton, einen eher strengen Ausdruck, eine spitze Nase mit markantem Schnauzbart und Altersfalten. Aufrecht gehend stützt er sich auf einen knorrigen Stock, den er beim Nüsseln unter den Arm klemmt. Sein Sprechen ist bedächtig und weise. Die Schwyzer sehen am Alten Herrn einen Aristokraten. Das Kostüm wurde schon 1881 vermietet 

 

 

Der Domino

 ist vom lateinischen Begriff für Herr abgeleitet. Ursprünglich für den Kapuzenmantel der Mönche verwendet, wurde "Domino" zur Bezeichnung der an den mittelalterlichen Maskenbäl­len getragenen mantelartigen Kostüme mit weiten Aermeln. Man vermutet, dass Wandertheater, Reisläufer oder Händler diese Dominofigur nach Schwyz gebracht haben. Der Domino ist eine wilde, wirbelige Gestalt, die gerne intrigiert. Mit dem "Holz-Tätscher" schlägt er sich sehr ge­räuschvoll auf die Schulter oder auf die Hand und versetzt manchmal auch einem Zuschauer einen Schlag. Er trägt ein Samtgewand. Die spitze Kapuze mit Schulterkragen ist ausgestopft. Es gibt verschiedene Dominolarven: das freundliche Mädchengesicht mit der schwarzen Nase und die Lappimaske mit der roten Knollennase 

 Das Bajazzomäitli

 mit dem typischen sackförmigen Kleid und dem Spitzhut ist ebenfalls italienischer Herkunft und ist heute Hauptfigur der Muotathaler Fasnachtsrott. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts gehört das Bajazzomäitli zur Schwyzer Rott. Es trägt ein Samtkleid mit weisser Kräuselrüsche, gelbe Strumpfhosen und schwarze Damenschuhe. Am Kleid sowie am schwarzen Napoleons­hut hängen etwa 400 kleine Glöckchen. Die Larve weist eine dunkle Grundfarbe auf, hat mädchenhafte Gesichtszüge und eine schwarze Fläche in Form eines Schmetterlings über Nase, Wangen, Augen und Stirn. In der Hand rotiert eine kleine Holzrätsche, der "Trüller".

 Das Hudi

wird von den Schwyzern als Rätschwyb, eine redselige, kontaktfreudige Maskenfigur bezeichnet, die nichts mit der Figur des hässlichen alten Weibes zu tun hat. Es trägt einen farben­froh leuchtenden Reifrock mit Blumenmuster, eine einstige Rokokotracht. Als Kopfbedeckung dient ein Strohhut im Bidermeierstil mit Strohblumen, Bändern und Federn. Hinzu kommt noch ein farbiger Damenschirm, den es bei jeder Witterung aufgespannt hat. Am Arm hängt ein Henkelkorb voller Orangen. Zwischen den Zähnen steckt dem Hudi manchmal eine brennende Brissago, da wird wohl ein Mann darunterstecken!  Die Larve hat einen gelben Grundton und ist markant gestaltet, steile und spitze Nase, her­vorstehendes Kinn mit Warzen, zwei breite weisse Zähne zwischen roten Lippen sind die cha­rakteristischen Kennzeichen.

 Die Zigeunerin

 tritt im Schwyzer Fasnachtsgeschehen nicht nur als Einzelfigur, sondern zusammen mit an­deren Fahrenden, den "Feckern" auf. Sie trägt einen buntfarbigen Rock mit einem grossen Dreieckstuch, das mit einer Sicherheitsnadel an der Brust befestigt ist. Das grosse, bis über den Nacken reichende Kopftuch gleicht einem Schleier. Die Larve in rotbraunem Grundton zeigt strenge, aber ruhige Züge und gleicht einem Indianergesicht. Auffallend sind die Bogennase und die roten Lippen. Die Zigeunerin ist eine lebendige, oft wilde Maskengestalt. Ihr tolles Umherspringen begleitet sie mit Schlägen auf das Holztamburin, das sie in der Hand hält.

 

 

 

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Oldies und Evergreens

 

 

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Stand: 07.06.10